Astrologie
Astrologe – ein faszinierender Lebensbegleiter
Schon seit Urzeiten sucht der Mensch nach der Wahrheit …
Ihren Namen hat die Astrologie von der griechischen Astrologia, welches Wort sich aus dem altgriechischen astron (Stern) und lógos (Geist) zusammensetzt.
Ohne Astronomie keine Astrologie:
Die Astrologie (Sterndeutung) setzt das Wissen um die Astronomie (Himmels- und Sternenkunde) voraus, also Kenntnisse über die Sterne und Planeten, Sonne und Mond, über die sich verändernden Konstellationen der Gestirne, ihr Kommen und Gehen, Mondphasen, Sonnen- und Mondfinsternisse. Über die Nebel im Universum und Kometen. Über alles, was dort in Bewegung ist, und wie es aufeinander reagiert.
Die Astronomie gilt als die älteste Wissenschaft in der Menschheitsgeschichte. Die Astronomie, die in Griechenland aufblühte, ist jene, die im Abendland angewendet wird. Die Himmels- und Sternenkunde war den Gelehrten der frühen Zeitalter das Hilfsmittel, um die Sonne auf ihrem Weg über den Himmel beobachten zu können.
Der Ursprung der Astrologie:
Seit es den Menschen auf der Erde gibt, wollte er wissen, ja begreifen können, welche Geheimnisse Erde und Himmel miteinander verbinden. Für die Menschen der frühen Zeitalter stand fest, dass alles, was sich am Himmel abspielt, für sie eine Bedeutung auf der Erde haben musste. Das Unbekannte faszinierte den Mensch, versetzte ihn aber auch in Furcht.
Dieses Unbekannte konnte bereits ein fremder Landstrich sein, in den man es nicht wagte, einen Fuß hineinzusetzen, geschweige denn ihn zu erforschen, wenn man geschützt in seiner Familie, seinem Stamm, seinem Volk lebte. Wer es doch tat und sich in das Fremde aufmachte, tat dies aus unterschiedlichen Gründen. Ein Grund mochte gewesen sein, ein Ausgestoßener aus seinem Stamm zu sein. Ein anderer mochte Wissensdurst gewesen sein, was heißt, jenem inneren Feuer gefolgt zu sein, das einen nicht mehr ruhen lässt, über die Grenzen des Gewohnten und Gesicherten hinaus zu gehen. Sich seiner Angst zu stellen und darüber hinaus zu wagen. Es ist jener Augenblick, in dem Menschen den Mut in sich finden, einen Aufbruch zu wagen!
Möglicherweise gehörte „Ötzi“ dazu, jener Mann aus der ausgehenden Steinzeit (5500 bis 2200 vor Christus), der 1991 von Bergwanderern in den Ötztaler Alpen in Südtirol/Italien gefunden worden war. Er hatte dereinst das Tisenjoch überquert, war dort gewaltsam zu Tode gekommen, und hatte Jahrtausende, teils unter Eis, dort gelegen. Bei seiner Habe hatte sich neben Steingeräten ein äußerst zweckmäßiges und ansehnliches Kupferbeil befunden. Es mochte ihm zweifelsohne dabei geholfen haben, sich auf seinem einsamen Weg über die Berge gegen Feinde zur Wehr zu setzen und, wo nötig, Bäume zu fällen.
Die Fremde, das unbekannte Land, war für die Menschen der Vorzeit nicht erst ein fernes Tal, sondern bereits all das, was sich über ihren Köpfen am weiten Himmel tat. Alles dort galt ihnen als Mysterium. Den Menschen war der Tageshimmel ein vertrauter Anblick. Zog ein Unwetter herauf, wurde er ihnen, wie es auch für die Menschen der Gegenwart gilt, bedrohlich. So versetzte auch die Sonne, wenn sich ein Schatten über sie legte, die Menschen in Angst und Schrecken. Die Nacht, gerade eine mondlose, beherbergte nach den Vorstellungen der Menschen in ihrer Dunkelheit finstere Wesen, die ihnen Böses wollten. Oder es zürnten ihnen Götter, die nach ihrer Vorstellung ihren Sitz im Himmel hatten, und an die die Menschen glaubten und sie fürchteten.
Der Mond und die Gestirne, die ihr Licht bis auf die Erde sandten, mochten ihnen ein gnädiges Licht am Nachthimmel sein. Die Menschen dieser frühen Epochen mutmaßten im endlosen Himmel Wesen, die weit über ihnen standen und ihnen Heil oder Gefahr bringen konnten – Götter und Dämonen.
Unheimliche oder gefahrvolle Ereignisse auf der Erde hatten nach den Vorstellungen der Menschen ihren Ursprung auch im Himmel. Der Mensch erkannte jene Gesetzmäßigkeit, wonach der Nacht ein Tag folgte, und dass Himmel und Erde zusammengehören. Das unbekannte Land Erde fand ein Abbild im unbekannten Land Himmel. Beide bildeten eine Gesamtheit. Wenn die Erde ein Ort von Geheimnissen war, war es auch der Himmel. Wissenshunger, um diese Geheimnisse über ihren Köpfen zu ergründen, fand sich unter einfachen Menschen im Volk ebenso wie unter den Weisen und Gelehrten an den Höfen der Mächtigen.
In Mesopotamien, dem Land zwischen Euphrat und Tigris, begannen Menschen diese Geheimnisse durch intensive Beobachtungen zu ergründen. Ein Grund hierfür mochte auch gewesen sein, dass das Zweistromland beste Voraussetzungen bot, um einen Teil der Geheimnisse des Himmels lüften zu können: Mesopotamien kennt eine Regenzeit und eine Trockenzeit. Selbst der Wind unterwirft sich im Auftreten beständig den Wesensarten der vier Jahreszeiten. Da sich auch gewisse Sternbilder zu bestimmten Jahreszeiten am nächtlichen Himmel zeigen, gingen die Menschen davon aus, dass ein Zusammenhang bestand und das gemeinsame Auftreten keiner Zufälligkeit unterworfen war.
Wie die meisten Menschen der frühen Zeitalter glaubten auch die Bewohner Mesopotamiens an Götter. Schlimmste Gewitter, Überschwemmungen, Verfinsterungen, Dürren und vieles mehr wurden als Strafen der Götter gedeutet, die sich die Menschen in deren Zorn zugezogen hatten. Auch in wiederkehrenden Konstellationen am Himmel wurden Zeichen der Götter gesehen. Manche von ihnen Glück verheißend, manche Unheil heraufbeschwörend.
Bereits zu Beginn der frühen Hochkulturen vor etwa 5000 Jahren machten sich Ratgeber von Herrschern in Mesopotamien (Sumerer, und die Elam in Babylonien) und in Ägypten im unteren Nildelta daran, ihre besonderen Fähigkeiten einzusetzen. Sie begannen das Wetter zu beobachten, die Himmelsgestirne, die Regungen der Erde, wie sich etwa unter Mondphasen selbst die großen Wasser auf der Erde in den Zyklus von Ebbe und Flut fügten, die Finsternisse von Sonne und Mond, Meteoritenströme, die Tag-und-Nacht-Gleiche.
Die Reiche der Hochkulturen waren weit fortgeschritten, entwickelten Schriften und legten nieder, was sie am Himmel beobachteten. Und dokumentierten, was den Ereignissen am Himmel auf der Erde folgte. Immer mehr Schriften wurden gefertigt; immer mehr an Aufzeichnungen, Abbildungen und Symbolen.
Aus dem Mysterium Himmel entwickelte sich für die Sternenkundigen an den Höfen der Herrscher über die Zeitspanne ihrer Leben die Erkenntnis, dass sich auf der Erde bevorstehende Ereignisse (gute oder schlechte Wetterlagen für das zu bestellende Land; friedliche Zeiten für den Herrscher und sein Volk; Krankheiten oder Seuchen) ankündigten, dass es hierfür Zeichen am Himmel gab!
Jene sternkundigen Sterndeuter waren wissenshungrige Menschen, waren Menschen, die nach höheren Weisheiten strebten. Menschen mit feinsinnigen Wahrnehmungen, mit medialen und spirituellen Fähigkeiten. Die Sterndeuter Ägyptens und der Reiche Mesopotamiens, aber auch jene in China und Indien, erlangten immer mehr Wissen, gewannen immer mehr an Erfahrung. Sie wurden zu Eingeweihten um Geheimnisse, die der Himmel preisgab. Ihre Prophezeiungen verhießen ihren Herren deren Schicksal. Und das Schicksal des Volkes. Nach ihren Deutungen wurden Ehen unter den Töchtern und Söhnen der benachbarten Herrscher geschlossen, wurden Kriege vorbereitet, wurden Länder erobert.
Die Entstehung des astrologischen Tierkreises:
Es heißt, dass die Wurzeln des astrologischen Tierkreises im antiken Griechenland liegen würden. Andere Ansichten schreiben die Entwicklung den Babyloniern oder Ägyptern zu.
Nachgewiesen ist, dass um etwa 1000 vor Christus in Babylon (Mesopotamien) aus organisatorischen Gründen (der Verwaltungsapparat hatte einen beachtlichen Umfang angenommen) das Jahr in zwölf Abschnitte mit jeweils dreißig Tagen eingeteilt und von den Gelehrten nach dem Lauf des Mondes den Sternbildern, die zur damaligen Zeit am Nachthimmel zu sehen waren, zugeordnet wurde.
Als ein Sternbild galt den Menschen eine Ansammlung von Sternen, die aus dem Meer unendlicher Sterne deutlich hervortraten und aus fünf bis zwanzig Sternen bestand. Die Menschen pflegten diese Gruppe von Sternen als ein Gesamtbild anzusehen; wie durch unsichtbare Bande zusammengefügt, wobei die Völker der verschiedenen Hochkulturen demselben Sternbild am nächtlichen Himmel unterschiedliche Bedeutungen gaben. Das Siebengestirn beispielsweise, das wir in der Gegenwart als die Plejaden kennen, galt den Sumerern als ihre sieben bedeutendsten Götter.
Die Menschen gaben den Sternbildern Namen nach Tieren und Pflanzen. Und nach den Göttern, die, wie sie glaubten, dort ihren Sitz hatten.
Griechische Gelehrte führten die Sterndeutung Mesopotamiens und der in Griechenland geltenden Einordnung des Sternenhimmels in Doppelstunden zusammen. So gewann jeder der zwölf Abschnitte an besonderer Bedeutung, wodurch auch die Deutung für den Fragesteller spezifischer wurde.
Das Sternbild Widder beispielsweise erhielt seinen Namen nach dem legendären Goldenen Vlies, das in der griechischen Mythologie von einem geflügelten Widder getragen wurde. Beides findet sich in der Sage von Jason und den Argonauten.
Das Sternbild Waage erhielt seinen Namen von der griechischen Göttin der Gerechtigkeit, Astraea.
In der Antike waren 48 Sternbilder bekannt.
Die zwölf in der Gegenwart gängigen Sternzeichen (Tierkreiszeichen), mit denen Astrologen arbeiten, sind: Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion, Schütze, Steinbock, Wassermann, Fische.
Die Wesensmerkmale jener Götter und Tiere, ihre jeweilige Bedeutsamkeit, die Wirkkraft der Legenden um sie, die Konstellationen mit anderen Sternbildern zur Geburtsstunde des Fragestellers, verbinden den Fragesteller wie durch unsichtbare Kräfte mit den ihm geltenden Zeichen am Himmel.
Die Entstehung des Horoskops:
(altgriechisch: hora für Stunde, skopéin für beobachten)
Nicht nur in den Herrschersitzen der Könige berieten Sterndeuter ihren Herrn, auch unter dem Volk gab es Wissende, gab es mediale und spirituelle Menschen, die der Sternenkunde und Sterndeutung befähigt waren und ihre Dienste anboten. Wer wissen wollte, wie das Leben seines neu geborenen Kindes verlaufen würde, oder sein eigenes, suchte einen solchen Gelehrten auf, legte Münzen auf den Tisch und ließ sich ein Horoskop erstellen.
Das Horoskop eines Menschen stellt eine Gesamtschau der Konstellationen von Sonne, Mond und den Planeten unseres Sonnensystems zur genauen Geburtszeit und am Geburtsort des Menschen dar. Es zeigt u.a. dessen Sein in der Gegenwart und dessen mögliche Entwicklung in der Zukunft. Es gibt sogar Einblick in die Vergangenheit.
Ein Horoskop zeigt dem Fragesteller einen gewissen Werdegang in seinem Leben; ähnlich dem Tarot und der Numerologie. Den Weg eines Menschen begleitet eine Schatzkiste an Stärken, Gaben, Möglichkeiten, das Glück zu finden. Manche Menschen heben den Deckel der Schatzkiste an, manche nicht. Was ein Mensch mit ins Leben bringt, zeigt das Horoskop: Stärken, Schwächen, Vorlieben, Gaben, Krankheiten, Aufgabenstellungen (was ist zu lernen oder zu bewältigen?) und vieles mehr. Sogar das Aussehen kann im Horoskop ersehen werden. Was der Fragesteller für sich selbst freilich auf einfache Weise durch einen Blick in den Spiegel feststellen kann.
