Griesgraem

Abenteuer Sumpfland

Das Zucken im Mundwinkel

Die fröhlichen Abenteuer in Sumpfland

Griesgraem

Im weit entfernten Westen, mitten im lebhaften Sumpfland, liegt das zauberhafte Dorf Sumpfheim. Die verspielten Vögel singen, fröhliche Lieder, fliegen durch die Luft und alle Bewohner lachen und haben Spaß. In Sumpfheim passiert jeden Tag etwas Neues, denn hier leben lustige Wesen, die sich an den kleinsten Dingen erfreuen. Ihre Häuser sind wie riesige Spielplätze! Es gibt Klettergerüste, Hängematten und überall Rutschbahnen. Überall hört man fröhliches Kichern und Witze werden erzählt.

Im Herzen von Sumpfheim, in der Frohlichtung, passieren die schönsten und fröhlichsten Abenteuer. Hier lebt auch die kleine Joy, ein fröhliches Mädchen mit strahlenden Augen und einem ständigen Lächeln auf den Lippen. Joy liebt es zu spielen und neue Dinge zu entdecken. Wenn es ein Fest gibt, ist sie immer die Ansagerin und startet den Spaß. Sie zeigt allen, was sie draufhat – heute zum Beispiel springt sie mit ihrem Gummiseil von einem Baum, dreht sich und macht halsbrecherische Balanceakte.

Heute ist ein Wunderfröhlicher, sonniger Tag. Die Goldkehlchen zwitschern und die Blumen blühen in allen Farben, da hat Joy eine ganz quirlige Idee. Sie möchte das abgelegene, düstere Sumpfland erkunden. Mit einem fröhlichen Hüpfen geht sie los. Sie läuft durch die Lach-Wiesen, lässt sich von den bunten Schmetterlingen umflattern und hört das Plätschern eines verspielten Baches. Plötzlich springt ein fröhlicher Frosch aus einem Teich – es ist ihr lustiger Freund Quaki! „Komm mit, Joy und lass uns Witze erzählen!“, ruft er und lacht laut. Joy lacht fröhlich mit. Sie lässt keine Chance zum Lachen verstreichen. „Okay! Ich wette, ich kann die besseren Witze machen!“

Gemeinsam laufen sie weiter, tanzen und spielen Verstecken mit den Libellen. Als der Regen plötzlich beginnt, tanzen sie im Wasser, die Tropfen klatschen auf ihre Köpfe, doch sie kümmern sich nicht darum. Sie lachen und spritzen sich gegenseitig nass. Flatter, ein fröhlicher Schmetterling, fliegt von Blume zu Blume und tanzt freudig mit. Beschäftigt, wie sie sind, erreichen sie nur die äußere Umgebung des Düstersumpfs, als die Sonne schon langsam untergeht. Deshalb kehren sie tanzend und singend wieder um.

Auf dem Rückweg entdecken sie einen Troll, der auf einem großen Stein sitzt und düster in sich hinein grummelt. Er passt genau zu dieser Umgebung hier, die mindestens so düster wirkt wie sein faltiges Trollgesicht.

„Wer ist das?“, fragt Joy neugierig beim Vorbeigehen. „Es ist Griesgräm, der Troll, der immer alleine ist und niemals lacht“, sagt Flatter, der die ganze Umgebung sehr genau kennt. „Warum schaut er uns so an?“, fragt Quaki. „Er sieht fast aus, als wollte er bei uns mitlachen“, lacht Flatter … aber das kann er nicht ernst meinen, denn Griesgräm bleibt einfach stockstill und schaut dem fröhlichen Tanz von weitem zu, während die Dunkelheit ihn immer mehr einhüllt. Bald ist es finstere Nacht und die verspielten Tierchen sind froh, wieder in ihren Baumnestern und Teichbetten zu sein.

Am nächsten Tag wollen sie den Griesgräm wieder treffen. Joy schaut ihn neugierig an. „Warum lachst du nie, Griesgräm?“, fragt sie. Dieser aber schüttelt nur den Kopf. „Lachen ist nichts für mich. Ich bin ja ein Troll!“, brummt er. Die anderen schauen sich an und flüstern. „Wir müssen ihn zum Lachen bringen!“, ruft Quaki. „Ja, aber wie?“, fragt Joy. Eine lustige Idee blitzt in ihren Köpfen auf. „Lasst uns einen Wettbewerb machen!“, sagt Flatter aufgeregt. „Wer es schafft, Griesgräm zum Lächeln zu bringen, der gewinnt!“

Alle sind einverstanden und sofort beginnen sie, die verrücktesten Dinge zu überlegen, um den grimmigen Troll zum Schmunzeln zu bringen. „Ich werde auf einem Bein tanzen!“, ruft Quaki und springt herum, während er eine Grimasse schneidet. Doch Griesgräm bleibt starr und schaut nur zu.

„Ich werde ihm eine Geschichte erzählen!“, ruft Flatter und beginnt, in den albernsten Tönen zu singen. Doch auch das bringt Griesgräm nicht zum Lächeln. Die anderen werden immer kreativer. „Ich werde in einem Gummiboot quer durch den Sumpf paddeln und dabei ein Lied singen!“, sagt Joy. Sie springt ins Wasser und rudert wild herum, während sie singt. Doch Griesgräm bleibt nur stumm und starrt auf den Boden.

Da fällt Joy plötzlich ein, was sie noch nie versucht hat: „Vielleicht müssen wir etwas tun, das völlig unerwartet ist!“. Sie schaut sich die anderen an und alle nicken aufgeregt. „Was, wenn wir Griesgräm einen richtig verrückten Tanz zeigen?“, fragt sie. „Etwas, das er noch nie gesehen hat!?“

Also beginnen sie, sich zu verbeugen, zu hüpfen und sich wie verrückte Hühner zu drehen. Sie fliegen in die Luft und landen auf den Bäumen, rutschen an den Ästen herunter, machen Purzelbäume und werfen sich gegenseitig in die Luft. Es wird immer verrückter und die Bewegungen immer absurder. Joy, Quaki und Flatter lachen dabei so laut, dass ein lautes Echo durch den Sumpf ertönt.

Griesgräm schaut noch immer zu und plötzlich, ganz leise, zuckt etwas in seinem Gesicht  – eine winzige Bewegung … nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Niemand bemerkt es … nur er selbst … 

Im Stillen liegt er später in seinem weichen Moosbett und etwas fühlt sich … na ja … anders an. Er erinnert sich an die verrückten Bewegungen, das Lachen, das Spritzen – aber auch daran, dass all die Albernheiten ihn nicht zum Lächeln gezwungen hatten.

Im Gegenteil: Manches war ihm sogar zu viel gewesen, zu laut, zu schnell. Und doch … irgendwo in diesem Wirbelwind aus Verspieltheit spürt er, dass da echte Freude war – und liebevolle Fürsorge. Dass man ihn nicht verändern wollte, sondern einfach da war.

Und genau dort in diesem weichen Moosbett, in dieser stillen Ecke zwischen dem Erinnern an das Kichern und sich beachtet fühlen, geschieht es:
Ein echtes, kleines Lächeln breitet sich auf seinem Gesicht aus – ganz leise …

Am nächsten Tag sitzt Griesgräm wieder auf seinem Stein. Still, wie immer. Als Joy ihm einen kleinen Zweig mit einem Moosherz schenkt, nickt er leise. Und diesmal ist das Zucken zu sehen… ja es wächst tatsächlich zu einem kurzen, zarten Lächeln!

Von diesem Tag an kommt Griesgräm tatsächlich auch häufiger zu den Festen auf der Frohlichtung! Er macht mit, tanzt sogar zaghaft mit und erzählt lustige Grimassen … welch Wunder können geschehen!!!

Wer weiß – vielleicht wird er nicht der fröhlichste Troll im ganzen Sumpfland … aber vielleicht … der zufriedenste 😉

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