Fisch Finnley

Der Fisch Finley

Fisch Finnley

Finley auf Abwegen

Tief unten im funkelnden Meer lebt ein fröhlicher Schwarm bunter Fische. Sie schwimmen den ganzen Tag zusammen hin und her, drehen Pirouetten im Wasser und tauchen durch Blubberblasen. Einer von ihnen heißt Finley.

Finley ist anders. Er fragt sich manchmal:
„Was ist eigentlich hinter dem großen Felsen da hinten? Und was ist wohl in der dunklen Höhle, an der wir immer vorbeischwimmen?“

Die anderen Fische zucken nur mit den Flossen. „Wir bleiben lieber zusammen. So war es schon immer. Da draußen ist es vielleicht gefährlich!“

Doch Finley kann seine Neugier nicht mehr zurückhalten. Eines Morgens, als die Sonne goldene Lichtstreifen durchs Wasser schickt, dreht er einfach um – und schwimmt allein los. Ganz langsam, sein Herz pocht.

Zuerst ist es still um ihn herum. Keine Freunde, kein Schwarm. Nur das Gluckern des Wassers. Aber dann entdeckt er etwas Wunderschönes: leuchtend bunte Korallen, die aussehen wie Blumen. Fische, die er noch nie gesehen hat, schimmern in allen Farben. Und eine kleine Schildkröte winkt ihm mit ihrer Flosse.

Finley staunt. „Wow! So viel gibt es hier zu sehen!“

Doch plötzlich spürt er, wie das Wasser schneller wird. Es zieht an seinem Schwanz. Eine Strömung reißt ihn mit. Finley versucht zu entkommen, aber er ist zu klein, zu schwach.

„Hilfe!“, ruft er.

Ganz weit weg hört der Schwarm Finleys Rufen. „Das ist Finley! Er braucht uns!“, ruft einer.

Ohne zu zögern, schwimmen sie los, so schnell sie können. Sie bilden eine Kette, halten sich aneinander fest und schaffen es, Finley aus der starken Strömung zu ziehen.

Finley zittert ein bisschen, aber er lächelt. „Danke, dass ihr gekommen seid.“

Seine Freunde nicken. Einer sagt: „Wir haben dich vermisst. Und … weißt du was? Vielleicht warst du gar nicht so verrückt, loszuschwimmen. Du hast Dinge gesehen, die wir nie gesehen haben.“

Finley blubbert fröhlich: „Und ohne euch hätte ich’s nicht zurückgeschafft.“

Von da an schwimmt der Schwarm manchmal neue Wege. Manchmal hören sie auf Finleys Ideen. Und manchmal bleibt Finley auch ganz nah bei den anderen. Sie passen aufeinander auf – und wenn einer mal woanders hinschwimmen will, dann hört der Rest erst mal zu.

Das Meer fühlt sich jetzt noch größer an. Und irgendwie auch mehr wie zu Hause.

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