Legasthenie

So wie das Segelschiff auf stürmischer See fühle ich mich manchmal, mit der deutschen Rechtschreibreform. Und wenn dann noch eine neue – Genderschreibweise hinzukommt, gehe ich mit dem Schiff unter.
Und dennoch lasse ich mich nicht unterkriegen – untergehen! Ich lebe und schreibe meine Gabe aus tiefstem Herzen und meinem ganzen Sein!
Ich schreibe hier einen Bericht über die Lese-Schreibschwäche, an denen viele Menschen leiden. Wir sind mit dieser Lernschwäche zur Welt gekommen. Und wenn ich von „WIR“ schreibe, dann bin ich auch dabei. Ich konnte als Kind die Buchstaben d – b nie erkennen. Erst als mir ein lieber Mensch den Tipp gab, b = bauch, und d = doof, da erkannte ich den Unterschied und wusste nun im Alphabet den Buchstaben richtig einzuordnen.
Als Schülerin hatte ich im Deutsch immer schlechte Noten. Damals in den 60er-Jahren erkannte man diese Lese- und Schreibschwäche noch nicht. Man war einfach zu dumm zum Schreiben! Also ich erkannte diese Schreib- und Leseschwäche bei mir lange nicht. Erst als unser Enkelsohn in der Grundschule, diese Schwäche bestätigt bekam, wusste ich, aha – das habe ich ja auch!
Zu meiner Schreibschwäche kommt noch dazu, dass ich so manche Fehler, die ich schreibe, gar nicht als Fehler wahrnehme. So manches Fehler-Korrekturprogramm hilft dabei, meine Fehler zu erkennen. Jedoch sind verschiedene Korrekturprogramme nicht aufeinander abgestimmt. Jetzt hab ich wieder ein Problem zuerkennen, welches Programm hat jetzt recht?
Dann nehme ich meinen alten Duden und blättere darin, und hier finde ich wirklich die Hilfe, die ich brauche, damit ich mit der Hilfe der deutschen Rechtschreibung aus dem Jahr 1973, mich ein bisserl besser zurechtfinde.
Ich habe ein Problem: Wann wird die Hilfe mit dem „mit“ zusammengeschrieben? Dann zeigt die Korrektur an, einmal will es diese „Mithilfe“ groß und einmal kleingeschrieben! Und das im selben Satz! Mein Schreibprogramm in meinem Gehirn schaltet sich dann komplett aus! Nichts geht mehr!
Mithilfe von Martha lerne ich besser schreiben! Jetzt trickse ich das Rechtschreibprogramm einfach aus! Wenn ich mich nicht auskenne, schreibe ich halt: Mit der Hilfe von … Denn, wenn ich jetzt schreibe: Mit der Hilfe von Martha wird kein Fehler angezeigt! Juchhu!
Unsere Mama sagte immer: „Bläd sei derf ma scho, des is koa Schand – ma muass se bloß zhelfa wissn!“ Übersetzt in Schriftdeutsch: „Blöd sein darf man – das ist auch keine Schande, man muss sich nur zu helfen wissen!“
Genauso galt es bei unserer Mama mit dem Rechnen: „ii ko ned rechnan – oba bschissn hod mi no koana!“ – Übersetzt: „Ich kann nicht rechnen, aber betrogen hat mich auch noch keiner!“ Das heißt, ihr Geld konnte die Mama immer gut im Geldbeutel nachzählen und beim Einkaufen konnte sie keiner bescheißen! Also konnte sie doch rechnen!
Wenn ich im Schreibfluss bin, achte ich nicht auf die Fehler, sondern darauf, dass ich im Schreibfluss bleibe und die Geschichte nicht verliere. Und da kommt mir dann die Hilfe der deutschen Rechtschreibreform zu quer – die beachte ich dann nämlich nicht!
Erst wenn die Geschichte fertig ist, dann beginnt die Korrektur mithilfe der Programmfehlersuche. Ich kann mir nicht helfen, aber dieses kleine „mithilfe“ schaut für mich vollkommen falsch und verdreht aus!
Ich schreibe jetzt: Mit der Hilfe des Korrekturlesers beginnt die Fehlersuche!
Und schon bin ich zufrieden mit meiner Schreiberei!
Und wenn Du liebe Leserin und lieber Leser in meinen Beiträgen, Schreibfehler findest – auch mit Satzzeichenfehler – bitte ich Dich um Dein Verständnis, für meine Rechtschreibschwäche.
Meine Geschichten und Beiträge kommen aus dem Herzen und da ist es, so glaube ich, egal-wurscht, WIE es geschrieben ist. Hauptsache, die Geschichte gefällt und die Leserschaft kann den Weg des Geschehens nachvollziehen.
Ich weiß schon, so manche Leser sind damit nicht einverstanden, denn auch Fehler im Text sind nicht gut zu lesen! Mir geht es doch genauso, wenn ich über ein Wort stolpere, das nicht in meinen Wortstamm drin ist!
Und jetzt noch eine wichtige Sache, auf einer anderen Ebene!
Wir sind 2026 im Jahr der „Stärken und Schwächen.“ Aufgrund dessen ist es mir wichtig, zu erwähnen, dass es von grundlegender Bedeutung ist, unsere Stärken in unserer Schwäche zuerkennen.
Deshalb schreibe ich in diesem Beitrag, über meine Schreibschwäche, damit ich die Stärke darin erkenne! Denn nur so können wir, mit unserer Lese- und Schreibschwäche zu unserer Stärke finden. Auch damit Ihr – die liebe Leserschaft – meine Stärke darin entdeckt, dass ich mich wegen meiner Schreibschwäche nicht daran hindern lasse, zu schreiben.
So können wir, wie ein Fels in Brandung sein!

