Waldameisen

Achtung! Natur pur! Nichts für zartbesaitete Leser!
Ein Leichenschmaus ganz anderer Art …
Vor einigen Tagen ging ich spazieren und wollte mich am Waldesrand auf einer Bank ausruhen. Als ich immer näher zur Bank kam, sah ich einen kleinen dunklen Hügel auf der Sitzfläche. Nanu, dachte ich, wer hat hier denn seine Hinterlassenschaft abgelegt?
Jedoch – war es keine „Hinterlassenschaft“, sondern ein kleiner Hügel aus Ameisen! Ich betrachtete die fleißigen Waldameisen, wie sie sich um den „Hügel“ herum scharrten und wuselten … und … ja irgendetwas zerteilten und nach Hause schleppten!
Es war eine … tote Maus!!!
Neugierig geworden, betrachtete ich das gesamte Umfeld der Banksitzfläche! An der Rückenlehne saßen einige Fleischfliegen und warteten anscheinend darauf, ihre Eier auf der toten Maus ablegen zu können. Jedoch waren sie noch nicht an der Reihe! Sie mussten warten bis die Ameisen mit ihrer „Ernte“ fertig waren. Vor lauter Ameisen sah ich fast keine Maus! Ihr Schwänzchen war das einzigste was von den Ameisen nicht besetzt war.
Ich ließ das Ameisenvolk in Ruhe ihre Arbeit erledigen – ursprünglich wollte ich mich ja auf der Bank ausruhen … jedoch diesen „Leichenschmaus“ konnte und durfte ich nicht stören und noch weniger zerstören!!! Universelles Gesetz!
Nach 3 Tagen ging ich wieder demselben Weg entlang und dabei fiel mir die tote Maus und das arbeitende Ameisenvolk wieder ein. Neugierig geworden … schaute ich nach, wie viel von der Maus noch zuerkennen war.
Auf der Rückenlehne warteten immer noch Fleischfliegen, anscheinend waren sie noch nicht an der Reihe! Ob es jetzt die gleichen waren, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen, die sehen sich alle so ähnlich.
Ich wusste gar nicht, dass die Fliegen erst nach den Ameisen dran sind! Von der Maus war nicht mehr viel zu erkennen, nur noch das dunkelgraue Fell, auf dem nur noch wenige Ameisen zugange waren! Etwas weißes „drahtiges“ lag auf dem Fell. Bei näherer Betrachtung (!vorsichtig das ist jetzt nichts für Zartbesaitete zum Weiterlesen!) sah ich anscheinend einen vertrockneten Darm oder die Wirbelsäule samt Schwänzchen, genau kann ich das nicht sagen.
Ich ließ die Natur, Natur sein! So ist das Leben eben, hier auf unserem Planeten! Ein fressen und gefressen werden. Noch nie auf meinen vielen Spaziergängen durfte ich bei einem so „öffentlichen-natürlichen Leichenschmaus“ dabei sein – ähäm – bzw. zusehen!
Du fragst dich vermutlich, warum ich diese Beobachtung ausgerechnet hier auf die Seite stelle?
Weil es für mich schon auch ein Teil der Wahrnehmung und der Medialität ist, die Natur zu sehen, die Natur so wahrzunehmen, wie sie IST!
Unsere Natur ist Medialität pur! Die Naturwesen achten und ehren sich so, wie sie sind!
Die Fliegen warten mit der Eiablage, bis sie dran sind, damit ihre Nachkommen was Feines zu futtern haben (mensch denkt: igitt!). Für die Maden ist es was Köstliches und die Natur wird dadurch sauber geputzt von Parasiten und Keimen frei gehalten!
Wie im Kleinen so im Großen. Große Raubkatzen, Wölfe, Bären, Aasfresser zu Lande und im Wasser die Raubfische, Hai usw., es ist ein riesiges Zusammenspiel aller Naturwesen hier auf Erden. Nur so kann unser Planet Erde wachsen und gedeihen!
Nur der Mensch funkt immer wieder dazwischen und meint: Er versteht die Welt der Natur und möchte so ekelige Sachen aus der Welt schaffen. Damit schafft der Mensch sich selbst aus seiner Welt, weil er die Natur und alle Lebewesen darin, nicht so akzeptiert wie sie von Natur aus sind!
Wir sind ein komplexes großartiges Sein auf dem Planeten Erde!
Das dürfen wir niemals vergessen!
